{"id":6467,"date":"2018-08-21T09:30:00","date_gmt":"2018-08-21T09:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/vetzberg.bibibo.info\/?p=6467"},"modified":"2023-09-03T10:33:17","modified_gmt":"2023-09-03T10:33:17","slug":"vetzberger-backhaus-verbindet-menschen-des-ortes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vetzberg.bibibo.info\/?p=6467","title":{"rendered":"Vetzberger Backhaus verbindet Menschen des Ortes"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Vetzberger Backhaus ist die Au\u00dfensanierung abgeschlossen, doch f\u00fcr Arbeiten am Ofen oder eine Neuanschaffung werden noch Sponsoren gesucht.Von&nbsp;Jennifer Meina<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.meine-vrm.de\/OcH3Nrz_SvTVSwmKBAewasC_R94=\/1020x510\/smart\/819%2F19016%2F19016605%2F37692062.jpg\" alt=\"Das Vetzberger Backhaus ist das Kernst\u00fcck des alten Dorfes. Erst seit Kurzem ist die Au\u00dfenfassade des Geb\u00e4udes saniert, das schon im 18. Jahrhundert ein Anlaufpunkt der Bev\u00f6lkerung war. Seit f\u00fcnf Jahren gibt es zudem wieder ein Backteam rund um Tina Urnau und Peter Westrich, das regelm\u00e4\u00dfig Brot backt. Fotos: Meina (2)\/Urnau\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Vetzberger Backhaus ist das Kernst\u00fcck des alten Dorfes. Erst seit Kurzem ist die Au\u00dfenfassade des Geb\u00e4udes saniert, das schon im 18. Jahrhundert ein Anlaufpunkt der Bev\u00f6lkerung war. Seit f\u00fcnf Jahren gibt es zudem wieder ein Backteam rund um Tina Urnau und Peter Westrich, das regelm\u00e4\u00dfig Brot backt.&nbsp;<em>(Fotos: Meina (2)\/Urnau)<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">VETZBERG &#8211; Ganz leise pl\u00e4tschert das kleine Wasserspiel, das vor dem Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert steht. Vereinzelt f\u00e4hrt ein Auto vorbei und unterbricht f\u00fcr einen kurzen Moment die Stille, die hier am alten Burgtor zu F\u00fc\u00dfen des Vetzberger Burgfrieds die meiste Zeit vorherrscht. &#8222;Doch sobald Rauch aus dem Schornstein aufsteigt, zieht es die Leute sofort an und bringt richtig Leben in den alten Ortskern&#8220;, erz\u00e4hlt Tina Urnau begeistert. Gemeint ist das Vetzberger Backhaus &#8211; und nat\u00fcrlich das Brot, das hier drei bis vier Mal im Jahr gebacken wird. Seitdem sie und ihr Mann Thomas Linnemann gemeinsam mit dem Ehepaar Peter Westrich und Monika Jensen-Westrich das neue Backteam bilden, sei wieder etwas belebt worden, was lange vor sich hinschlummerte. Es werde viel mehr als Brot gemacht. &#8222;Es ist eine richtige Gemeinschaft: Egal, ob ein Alteingesessener oder ein Zugezogener wie ich. Die Arbeit im Backhaus verbindet&#8220;, erkl\u00e4rt die Berufsschullehrerin.Der Anfang vor f\u00fcnf Jahren war gar nicht so einfach. Urnau und ihr Team mussten sich alles aneignen: Wie und wann heizt man den Ofen? Wie muss die Konsistenz des Teiges sein? Wann ist das Brot fertig? Das waren nur einige der vielen Fragen. Unterst\u00fctzung bekamen die Hobby-B\u00e4cker von Helmut Mattig, der in Fellingshausen das Backhaus betreut. &#8222;Er hat es mit uns gewagt und es hat auch tats\u00e4chlich geklappt&#8220;, zeigt sich die 39-J\u00e4hrige heute gl\u00fccklich &#8211; auch, wenn sie ihre damalige Einstellung als &#8222;ganz sch\u00f6n naiv&#8220; abstempelt. &#8222;Andererseits f\u00fchrte das auch zu jeder Menge Selbstbewusstsein.&#8220;Vier TageDass das Brotbacken jede Menge Arbeit und Vorbereitung ben\u00f6tigt, geh\u00f6re eben dazu. &#8222;Vier Tage brauchen wir vom Einkauf und Anheizen \u00fcber das Teigkneten bis zum Ergebnis. Aber das lohnt sich auch.&#8220; In diesem Jahr wurde bisher kein einziger Laib gebacken. Grund sind die Sanierungsarbeiten der Au\u00dfenfassade. Die Arbeiten, die 2017 begannen, wurden dabei teils vom Vetzbergverein, teils von der Volksbank bezahlt. Tragende Balken des Fachwerks mussten ausgetauscht, eine Wand komplett verschiefert und ein neuer Putz aufgetragen werden &#8211; alles mit der Absegnung des Denkmalschutzes.&#8220;Jetzt schaut es von au\u00dfen aber wieder richtig schick aus&#8220;, urteilt Urnau zufrieden. Rund 10 000 Euro kosteten die Ma\u00dfnahmen. Etwa genauso viel wird allerdings ein neuer Ofen kosten, den das Backhaus wohl n\u00f6tig hat. &#8222;Die Risse an der Wand des steinernen Ofens sind das eine, der Boden noch einmal etwas ganz anderes&#8220;, erkl\u00e4rt Peter Westrich. Neue, sogenannte Schamottplatten m\u00fcssten hier ausgelegt werden. Denn auf der Fl\u00e4che sammelt sich durch die aufgerissenen Steine feiner Staub an. Dieser heftet sich w\u00e4hrend des Backprozesses an den Laib und muss danach per Hand mit einer Stahlb\u00fcrste entfernt werden.Ein Problem bei der Sanierung w\u00e4re, dass die \u00d6ffnung zum Ofen zu klein ist, als das ein Mensch hineinklettern und die Platten austauschen k\u00f6nnte. &#8222;Ich bin zurzeit dabei, einen Experten zu konsultieren, um mit ihm eine L\u00f6sung zu finden&#8220;, berichtet Westrich. Au\u00dferdem muss gekl\u00e4rt werden, ob sich der Aufwand lohnt. Das k\u00f6nnte erst ein Kostenvoranschlag zeigen. Ein weiterer Aspekt ist, wie erfolgreich die Suche nach neuen Sponsoren verl\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viel Aufmerksamkeit flie\u00dft zurzeit nat\u00fcrlich in den Bergfried. Wir m\u00fcssen allerdings darauf achten, dass das Backhaus nicht bald Geschichte ist&#8220;, betont Urnau. Die Vorstellung, es zu schlie\u00dfen, gefalle ihr gar nicht &#8211; und noch k\u00f6nne man problemlos backen. &#8222;Aber was in der Zukunft ist, wird sich zeigen.&#8220; Man m\u00fcsse abw\u00e4gen: Zwar backe man nicht h\u00e4ufig, jedoch habe es sich als ein Kulturgut in Vetzberg durchgesetzt &#8211; etwas, das dazu geh\u00f6rt. F\u00fcr Oswald Schwalm, der in unmittelbarer Nachbarschaft des Backhauses wohnt, ist es mehr als eine &#8222;R\u00fcckbesinnung auf nachhaltiges Leben und die Wertsch\u00e4tzung des Lebensmittels Brot&#8220;, das es f\u00fcr Urnau vor allem bedeutet. &#8222;Ich erinnere mich noch daran, als ich Kind war in den 40er und 50er Jahren. Jeden Tag, au\u00dfer sonntags, brachten die Familien ihren Teig hierher und backten ihr Brot.&#8220; Heute sei man zwar nicht mehr drauf angewiesen. Es sei aber jedes Mal ein gutes Gef\u00fchl, wenn der Rauch aufstiege und das Backhaus wieder zum Leben erwache. Bis es soweit ist, m\u00fcssen sich die Vetzberger aber noch etwas gedulden. &#8222;Am ersten Dezemberwochenende werden wir wieder loslegen und die Brote und das Geb\u00e4ck auf dem Weihnachtsmarkt verkaufen.&#8220; Was danach ist, kann Urnau noch nicht sagen. Dass sie die F\u00fchler nach neuen Sponsoren ausstreckt, sei aber gewiss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quelle: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.giessener-anzeiger.de\/lokales\/kreis-giessen\/biebertal\/vetzberger-backhaus-verbindet-menschen-des-ortes_19017868\" target=\"_blank\"><em>Jennifer Meina<\/em>, Gie\u00dfener Anzeiger,&nbsp;21.08.2018 <\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Vetzberger Backhaus ist die Au\u00dfensanierung abgeschlossen, doch f\u00fcr Arbeiten am Ofen oder eine Neuanschaffung werden noch Sponsoren gesucht.Von&nbsp;Jennifer Meina VETZBERG &#8211; Ganz leise pl\u00e4tschert das kleine Wasserspiel, das vor dem Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert steht. 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